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SMARTPHONE, NAVI ODER KARTE?

Den Weg nicht finden - wo gehts nun lang? Das ist wohl eine der grössten Sorgen beim Trekking - vor allem bei Frauen, so auch bei mir. Und was schafft hier Abhilfe? Taugt ein Smartphone wirklich für eine lange Trekking-Tour? Wie sieht es mit klassischen Papierkarten aus? Oder soll es doch ein Wandernavi sein?


Bei diesem Thema scheiden sich die Geister. Gewisse schwören auf die altbewährte Karte mit Kompass und andere gehen nicht ohne Wandernavi los. Mittlerweile gibt es jedoch auch zahlreiche Apps für Smartphones, welche den GPS-Geräten Konkurrenz machen. Die Lösung ist wohl einmal mehr nicht pauschal zu beantworten. Doch lassen sich gewisse Pros und Contras klar aufzeigen und auch gewisse Ängste nehmen.



Trekking mit dem Smartphone


Ich persönlich habe Gefallen am Smartphone gefunden, aus dem einfachen Grund - Gewicht. Bei einer langen, mehrtägigen oder sogar mehrwöchigen Tour - wie zum Beispiel meiner Azoren-Tour - zählt jedes Gramm weniger. Navi, Kabel, allenfalls Ersatzakku, das geht letztendlich ins Gewicht und hat auch noch seinen Preis. Ein Smartphone ist alles in einem - Navi, Kamera, Mediaplayer, Phone - deshalb entscheide ich mich meistens für diese Option, auch wenn ein Smartphone gewisse Nachteile mit sich bringt.


Was die Akkulaufzeit betrifft, hat das Smartphone seine Vor- und Nachteile gegenüber einem Wandernavi. Der Naviakku hält grundsätzlich bestimmt länger, benötigt jedoch bei Dauerbetrieb auch jeden Abend seine Stromladung. Beim Smartphone aktiviere ich in der Regel den Flugmodus, somit hält der Akku um einiges länger, lässt sich mit einem Solarpanel inkl. Powerbank - oder nur Powerbank, falls Übernachtung in einer Unterkunft mit Stromanschluss - relativ schnell aufladen und ich benötige lediglich ein Gerät und Kabel. Die Apps, z.B. Komoot, Bergfex oder auch Outdooractive taugen meiner Meinung nach ziemlich viel. Die meisten Karten konnte ich mit dem selben Detailgrad wie beim Garmin-Navi auf mein Smartphone laden. Die Routen können flexibel von unterwegs geplant und offline gespeichert werden. Durch das integrierte GPS-Modul kann ich jederzeit meinen Standort lokalisieren, auch wenn ich offline bin.

Den grössten Nachteil gegenüber einem Navi sehe ich im Witterungsschutz. Auf ein Smartphone muss man in der Regel mehr Acht geben, auch bei Regen kann es etwas mühsam werden mit dem Handling. Mittlerweile gibt es jedoch gute Schutzhüllen, welche diesen Punkt etwas erleichtern, wenn auch nicht gleichsetzen mit einem Navi. Selbstverständlich kommt es auch hier auf die Art der Tour an. Generell gilt für mich folgende Punkte abzuwägen:


Smartphone als Navigation - Pros / Contras:

  • + Gewicht, nur ein Gerät und Kabel

  • + Nur ein Gerät muss wieder aufgeladen werden

  • + Kann auch gleich als Kamera, Mediaplayer, Phone genutzt werden

  • + Diverse gute Apps und Karten aus dem Netz, offline verfügbar

  • + Oft sehr leicht in der Bedienung, benutzerfreundlich

  • + Kostengünstiger als ein zusätzliches Wander-Navi

  • - Nicht so robust, wetterfest wie ein Wander-Navi

  • - Akku ist schneller am Limit, mit Flugmodus hält er jedoch länger


Klassische Papierkarten


Eine grosse Karte vor sich oder der Blick auf einen kleinen Bildschirm gerichtet ist doch ein erheblicher Unterschied. Denn die Übersicht auf einer ausgebreiteten Karte ist schlichtweg besser. Deshalb verwende ich nach wie vor für die anfängliche Etappenplanung Zuhause, sowie eine erste Übersicht des Gebiets, gerne die klassische Papierkarte. Sofern ich für eine Tour nicht etliche Karten benötige, nehme ich diese auch als Backup zur Sicherheit mit. Falls nun dem Smartphone-Akku doch mal zu früh die Puste ausgeht, bin ich immer noch gut gewappnet. Als Negativpunkte sehe ich hauptsächlich das Handling sowie das Gewicht bei mehreren Karten. Zudem kann einem bei Wind und Regen schonmal das ganze Kartenmaterial um die Ohren fliegen.

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